Wirecard

Finanzaufsicht soll Bilanzprüfung verschleppt haben

Der Zahlungsabwickler Wirecard aus Aschheim bei München hatte Insolvenz angemeldet, weil in der Bilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen

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Die deutsche Finanzaufsicht wusste wohl schon Anfang 2019 von Unregelmäßigkeiten bei dem inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard. Auch einen Verdacht auf Bilanzmanipulationen soll es damals bereits gegeben haben, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") berichtet.

Dennoch ließ die Behörde die Ermittlungen offenbar schleifen: Laut dem Bericht war in den vergangenen 16 Monaten nur ein einziger Mitarbeiter für den komplexen Fall abgestellt. In der Regel kämen bei einer Untersuchung von solch großer Tragweite mehrere Dutzend Fachleute zum Einsatz.

Der Zahlungsabwickler Wirecard aus Aschheim bei München hatte Insolvenz angemeldet, weil in der Bilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen. "Offenbar traut dort niemand mehr den eigenen Zahlen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der Fall müsse schnell und gründlich aufgeklärt werden. Kritische Fragen seien jetzt an das Management, aber auch die Wirtschaftsprüfer zu richten.

Die verschleppten Ermittlungen lassen sich wohl auch auf Personalmangel zurückführen: Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde muss bei dieser Art von Verfahren die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) beauftragen. Die auch als "Bilanzpolizei" bezeichnete Prüfstelle aber hat laut "FAS" nur wenig Personal.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat als Konsequenz aus dem Bilanzskandal eine Reform der deutschen Finanzaufsicht angekündigt. Ein Ergebnis der Sonderprüfung durch die Finanzaufsicht liegt bis heute nicht vor.

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