VW-Topmanager Axel Eiser verhaftet

US-Behörden spüren Schlüsselfigur im Dieselskandal in Kroatien auf

Die amerikanischen Strafverfolger sehen ihn als einen der Verantwortlichen für den Betrug bei Volkswagens Edel-Marke Audi

.epg
EUROPEAN PRESS GROUP

US-Behörden haben Axel Eiser in Kroatien aufgespürt. Der Fall des früheren Audi-Dieselmotorentwicklers zeigt, dass die Manager des Volkswagen-Konzerns auch im Jahr fünf nach Aufdeckung des Abgasskandals wohl nirgends außerhalb Deutschlands sicher sind.

Die US-Behörden hatten offenbar vor Monaten bereits einen internationalen Haftbefehl gegen Eiser und andere frühere Führungskräfte angestrengt. Zum Kreis der Gesuchten gehört auch der Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn.

Aus Sicht der amerikanischen Ermittler sollen die Manager über die Manipulation von Dieselautos Bescheid gewusst beziehungsweise daran mitgewirkt haben. Durch die Eingriffe unterliefen die Fahrzeuge die strengen US-Abgastests.

Spätestens seit Anfang vergangenen Jahres war Eiser ein gesuchter Mann. Zu der Zeit hatten die US-Behörden ihn wegen seiner möglichen Beteiligung am Dieselskandal angeklagt. Festgenommen wurde der 59-Jährige bereits vor einigen Tagen. Offenbar wurden ihm die verschärften Kontrollen infolge der Coronakrise zum Verhängnis.

Wie andere EU-Länder speichert Kroatien die Daten von einreisenden Personen. Nähere Details zum Aufenthalt Eisers in Kroatien und zu seiner Verhaftung sind nicht bekannt.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es lediglich, dass die Botschaft in Zagreb die konsularische Betreuung eingeleitet hat. Weitergehende Auskünfte zu konsularischen Einzelfällen erteilen man aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte grundsätzlich nicht.

Eiser soll in mehrfacher Hinsicht in die Manipulation von Abgaswerten verwickelt sein. Die amerikanischen Strafverfolger sehen ihn als einen der Verantwortlichen für den Betrug bei Volkswagens Edel-Marke Audi. Eiser war von Oktober 2009 bis 2013 Leiter der Entwicklungsabteilung und damit auch einer der Verantwortlichen für das „Clean Diesel“-Projekt.

Längst gilt Audi als eine treibende Kraft für die Manipulationen an den Selbstzündern im Volkswagen-Konzern. Die Ingolstädter waren insbesondere für die großen Drei-Liter-Motoren verantwortlich. Diese Motoren arbeiteten mit einer Neutralisierung der giftigen Stickoxide durch den Harnstoff Adblue.

Die Flüssigkeit muss in ausreichender Menge zugeführt werden, um die Abgase unter die Grenzwerte zu drücken. Faktisch geschah dies aber nur auf dem Prüfstand, nicht jedoch auf der Straße. Per Software wurde die Abgasreinigung entsprechend gesteuert.

Auch die deutschen Strafverfolger führen Eiser als Beschuldigten. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll Eiser von den Problemen um die zu geringe Tankgröße der Fahrzeuge und den erhöhten Harnstoffbedarf sowie die vermeintliche Lösung in Form der Deckelungsfunktion gewusst haben.

Der Vorwurf: Eiser soll spätestens seit einer internen Sitzung des technischen Steuerungskreises am 1. April 2010 über die Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen Bescheid gewusst haben. Er selbst soll demnach sogar 2013 noch manipulative Eingriffe angeordnet haben.

Eiser ist nicht der einzige Manager aus dem Volkswagen-Konzern, der in den USA angeklagt ist. Neben ihm werden dort drei weitere frühere Audi-Führungskräfte verfolgt. Eine Grand Jury im Bundesstaat Michigan wirft dem Quartett in zwölf Fällen Verschwörung, Betrug und Verstöße gegen amerikanische Umweltgesetze vor.

Laut Anklageschrift sollen sie Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen sein, bei der durch gezielte Manipulation von Emissionstests gegen US-Umweltgesetze verstoßen und Betrug an Kunden begangen worden sei.

VW
Read more

Tesla wertvollster Autohersteller der Welt

Dank des anhaltenden Höhenfluges der Aktie ist Tesla der Autobauer mit dem weltweit höchsten Börsenwert. Die Papiere des Elektroauto-Pioniers stiegen zeitweise um gut fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 1135,33 Dollar. Damit erreichte das Unternehmen von Elon Musk eine Marktkapitalisierung von rund 210 Milliarden Dollar.

Der wertvollste Autohersteller der Welt

Die Aktie von Tesla steigt erstmals über 1000 Dollar. Damit ist der Elektropionier aus Kalifornien nun wertvoller als Toyota und Volkswagen.