COVID-19: Die Folgen

Was Corona aus Deutschland macht

Innerhalb von zwei Quartalen dürfte die deutsche Konjunktur laut HRI um 14 Prozent einbrechen. Die Erholung wird zäh. Wohlstandsverluste sind unausweichlich

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Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2020 in noch nie da gewesenem Maße geschrumpft: Die wirtschaftliche Gesamtleistung im zu Ende gehenden zweiten Quartal dürfte real um nahezu 14 Prozent geringer sein als im Schlussquartal 2019. Zum Vergleich: In der Rezession nach der Finanzkrise im Winter 2008/09 sank die Wirtschaftsleistung binnen zwei Quartalen lediglich um gut sechs Prozent.

In einem knappen halben Jahr hat die Coronakrise Deutschland damit wirtschaftlich auf den Stand vom Spätsommer 2010 zurückgeworfen – der Zuwachs an Wohlstand von einem ganzen Jahrzehnt wurde binnen weniger Wochen, in denen weite Teile der Wirtschaft faktisch stillstanden, vernichtet. Das zeigt die neue Konjunkturprognose des Handelsblatt Research Institute (HRI).

Anders als in früheren Rezessionen kam es im März, April und Mai dieses Jahres nicht nur zu einem Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, sondern auch zu einem Angebotsschock, der weite Teile der Wirtschaft betraf.

Zahlreiche Industriebetriebe wurden aus Infektionsschutzgründen vorübergehend stillgelegt, und große Bereiche des Dienstleistungssektors mussten und müssen noch immer ihre Angebote einstellen oder deutlich beschränken.

Zwar versucht der Staat mit bis vor Kurzem noch unvorstellbar großen Rettungsprogrammen, viele Arbeitsplätze und Unternehmen zu retten. Doch mittlerweile wird immer deutlicher, dass dies in vielen Fällen wohl nicht gelingen dürfte, nicht zuletzt auch weil Teile der Nachfrage womöglich auf Dauer durch Onlineangebote bedient werden.

Beispielsweise könnte das Interesse an Video-on-Demand womöglich für Hunderte Kinos das Aus bedeuten. Die Arbeitsplätze in den Kinos wären auf Dauer verloren, ohne dass bei den Streaminganbietern eine entsprechende Anzahl neuer Stellen entstünde.

„Konjunkturelle und strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft drohen sich zu überlagern und zu verstärken und zu einem perfekten Sturm zu werden“, warnt HRI-Präsident Bert Rürup.

Konnte Deutschland in früheren wirtschaftlichen Schwächephasen darauf hoffen, dass ein rasches Anziehen der Auslandsnachfrage der Konjunktur wieder auf die Sprünge hilft, fehlt dieses Mal ein Retter, der die exportlastige deutsche Wirtschaft aus ihrer Schockstarre befreit.

Denn Deutschlands wichtigste Zielländer von Exporten – die USA, Frankreich, China, die Niederlande und Großbritannien – stecken in mindestens ebenso großen Schwierigkeiten wie Deutschland. Einzig in China hat es den Anschein, dass die wirtschaftliche Aktivität wieder an Fahrt gewinnt, auch wenn es immer wieder zu bislang lokal begrenzten Corona-Ausbrüchen kommt wie derzeit in Peking.

Zudem besitzt China anders als nach der weltwirtschaftlichen Krise von 2009 mittlerweile selbst große und überwiegend wettbewerbsfähige Produktionskapazitäten, die nun zunächst wieder hochgefahren werden. Ein weltweiter Nachfrageschub nach Autos und Maschinen Made in Germany ist daher nicht zu erwarten.

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